Die SC Hulftegg-Bike Tour 2005 im Berner Oberland (Simmental und Saanenland)
 

Donnerstag, 23. Juni
Erwartungsvoll eingestimmt auf dieses verlängerte Bike-Weekend mit Basis in Gstaad waren sie Alle, zumal die einen das schöne Sporthotel Victoria mit der vorzüglichen Küche sowie gewisse Touren schon vom letzten Jahr her kannten. Alle aber hegten sie den gemeinsamen Wunsch: im Berner Oberland in Super-Form mit Super-Kollegen Super- Bike-Touren bei Super-Wetter zu fahren und dabei auch noch super einquartiert sowie super verpflegt zu werden. Das hätte sich fast automatisch ergeben müssen, denn Edi Brand war schon einige Wochen vorher höchstpersönlich ins Berner Oberland gefahren, um für uns vor Ort die besten Routen auszuwählen und daraus dann ein konkretes Programm zusammenzustellen. So wie schon mehrmals erfolgreich zuvor. Er tat das mit viel Engagement und Motivation. Deshalb bereits an dieser Stelle: vielen, vielen Dank. Mehrheitlich wegen den bevorstehenden Sommerferien fiel das Echo diesmal nicht besonders stark aus. Eingeschrieben hatten sich schliesslich Hanni Walder, Katharina Molkenboer (älteste Tochter von Maximilian Brand), Franz Hollenstein (Präsi) sowie die Gebrüder Edi und Maximilian Brand. Letztgenannter ist Schreiberling dieses Artikels.
Bei der vormittäglichen Anreise über die Autobahn via Bern, Fribourg bis Bulle ging es dann vorbei am erhöht gelegenen Städtchen „Gruyères“, dem schmucken Käse-Mekka und hernach hinein ins Saanenland. Dann entlang der Sarine nach Château-d’Oex, Rougemont zum mondänen, herausgeputzten und nun weitgehend auch autofreien Ferienort Gstaad. Mehr als 30° heiss war es an diesem Tag. Ferner hatte die Meteo Gewitter angekündigt, vor allem für die Berggegenden.
Nach dem Hotelbezug, so gegen zwei Uhr nachmittags, wurde zur Eröffnungstour gestartet. Ein Anlass also, wo man sich fahrerisch erstmals gegenseitig „beschnuppern“ konnte. Die erste Hälfte der Route führte ins bekannte Lauenental, hinauf zum bildhaft schönen Lauenensee (1381 M.). Zugegeben, unterwegs gab es zwei, drei giftige Steigungen zu überwinden, aber so richtig in die Beine ging das noch nicht. Musste auch nicht. Welch eine Idylle an diesem prächtigen Bergsee dort oben. Er ist umgeben von einzelnen Tannenwäldchen und herrlichen Alpweiden, auf denen sich die Kühe gütlich taten. Letztere nahmen von uns überhaupt keine Notiz. Im Wasser widerspiegelten sich die umliegenden Berge und die Wolken. All das liess sich am vornehmsten von der erhöhten Lage der Gartenlaube des Bergrestaurants betrachten bzw. geniessen. Dies beim kühlen Bier oder bei sonst einem geeigneten Durstlöscher.
Die Freude wurde aber bald einmal eingetrübt, denn am Firmament stellte sich langsam aber sicher eine bedrohliche Entwicklung ein. Jedenfalls liess das aufkommende, dunkle Gewölk nichts Gutes erahnen. Die Gruppe hatte dies begriffen und brach rasch auf zur Heimfahrt. Zum Glück ging es nach dem anfänglichen Flachstück entlang dem See und einem kleineren Anstieg nur noch bergab. Die etwa einstündige „Flucht“ vor dem Gewitter aber war nicht von absolutem Erfolg gekrönt, denn kurz vor Gstaad wurde die Gruppe so richtig begossen. Der guten Stimmung aber vermochte dies keinen Abbruch zu tun. Abends wurde im Hotel im Rahmen des Halbpension-Arrangements mit einem Viergänger erstmals richtig geschlemmt. Auch kam das angeregte, gute Gespräch über Gott und die Welt nicht zu kurz. Und nach einem (wiederholten) Schlummertrunck war die ganze Gruppe dann überreif für die Federn.

Freitag, 24, Juni
Heute war die Königsetappe auf dem Programm. Diese hatte es mehrfach in sich, wie sich noch zeigen sollte. So wie schon am Vorjahr. Auf die Gruppe warteten schliesslich Brocken wie die rund 70 Leistungskilometer, ca. 8 Stunden im Sattel und rund 1’850 Höhenmeter. Es darf vorweggenommen werden, dass an diesem Tag und auch während des ganzen Weekends weder böse Stürze noch Verletzungen eintrafen und auch keine offensichtlichen Martyrien am Berg stattfanden. Mindestens nicht sichtbar, denn das hätte sicher nicht zum offiziellen Programm gehört. Die Anstrengungen steckte die Gruppe jeweils, vornehmlich beim Rasten auf den Kulminationspunkten, einfach weg. Ist doch ziemlich cool, oder?
Schon kurz nach dem Frühstück – für den Schreiberling dieses Artikels viel zu früh – ging es vollbepackt unter prächtiger Morgensonne los. Vorbei am weltberühmten Hotel Palace, dem Wahrzeichen von Gstaad, und gleich anschliessend in regelmässigem Anstieg hinein ins kleine Turbachtal. Auf der verkehrsarmen Asphaltstrasse liessen sich so die ersten Höhenmeter schneller und leichter erfahren. Das verspürten wohl auch Franz und Katharina. Wie vom Hafer gestochen zogen die Beiden auf und davon. Sie entschwanden dem Feld, verpassten dann aber prompt den richtigen Einstieg in den Wanderweg unterhalb des Wasserngrates. Gott straft sofort! Dank Handy-Verbindung wurden die Flüchtlinge nach einer Weile wieder „eingefangen“ und zum nächsten Treffpunkt dirigiert. Dieses Intermezzo verhalf insbesondere dem Schreiberling zu einer willkommenen Verschnaufpause.
Die Tagestemperaturen bewegten sich schon bald einmal gegen 25°. Wohl ein Grund, weshalb die Bauern – und davon gibt es in dieser Gegend gottlob noch viele – überall wie wild mit Heumähen beschäftigt waren. Auf den nahen Feld- und Waldstrassen und auch auf den Wanderwegen war aber noch nicht viel Volk unterwegs, im Gegensatz zu den Durchgangs-Landstrassen. Manchmal passierten dort lange Töfffahrer-Kolonnen, wahrscheinlich aus dem grenznahen Ausland kommend. Oder dann bildete in gemächlichem Tempo und mit stoischer Ruhe ein Landwirtschaftsfahrzeug die Spitze einer immer länger werdende Kolonne von andern Verkehrsteilnehmern. Da konnte nur selten jemand überholen. Schon aus der Ferne sah man die Köpfe fast rauchen vor Erregung. Mit solchen Verhältnissen mussten wir uns nur sehr selten herumbalgen, obwohl wir pro Saldo während diesen drei Tagen dennoch viel auf Asphalt unterwegs waren.

Nach einer problemlosen Fahrt quer durch die Abhänge des erwähnten Wasserngrates erreichten wir bald einmal Schönried (1230 M.). Das ist das Heimatdorf von Skirennfahrer Bruno Kernen, der dort ein Hotel besitzt. Wenig später waren wir bereis in Saanenmöser (1270 M.). Dann aber war es endgültig vorbei mit dem gemütlichen „Einfahren“. Es folgte nämlich der 6.5 km lange Aufstieg auf den Hornberg (1810 M.). Diese Strecke machte beim Passieren einen eher einsamen Eindruck, denn unterwegs waren Mensch und Tier - ausser uns Bikern - verdammt rar. Oben tat sich eine wunderbare Panorama-Fernsicht auf, hinunter in die Täler und natürlich auch auf die zum Teil noch Schneebedeckten Berge. Anzumerken gilt noch, dass es den morgigen „Ausreissern“, Franz und Katharina, auch diesmal mit Leichtigkeit gelang, die andern abzuhängen. Hafer wirkt eben nachhaltig. Katharina hat übrigens letztes Jahr das Seklehrer-Patent gemacht und unterrichtet seither in der psychiatrischen Anstalt Littenheid schwierige Jugendliche, was eine grosse, veranwortungsvolle Aufgabe darstellt. Sportlich war sie schon immer sehr aktiv: heute spielt sie in der Nationalliga B Volleyball, fährt viel Fahrrad (u.a. Sommer und Winter bei jedem Wetter vom Bahnhof Wil nach Littenheid und zurück), Ski und macht gerne mit ihrem Freund - einem Appenzeller Jungarchitekten - grosse Skitouren in den Alpen Von daher also die vorzügliche Kondition. Ein Sonnenschein, die Katharina.
Gemütlich und gemeinsam wurde anschliessend in einem der drei Bergrestaurants ausgiebig verpflegt, vornehmlich mit Kohlenhydraten (Spaghetti). Auf englisch sagt man dem: carbon loading. Dieser Begriff kommt wahrscheinlich aus den Anfängen des Triathlons über die Langdistanz. So zu Beginn der Achtzigerjahre. Die einheimische Bedienung im Restaurant war übrigens unter dem Hund. Zur Verdauung legten wir uns genüsslich an die prächtige Frühsommersonne.
Bei der Wahl der Abfahrtsroute hinunter nach Zweisimmen hatte Edi beim Rekognoszieren einen guten Riecher. Sie führte zunächst im Auf und Ab über ein recht breite Fahrstrasse, dann aber auch über Alpweiden. Hernach ging es mit unzähligen Kurven und giftigem Gefälle auf einer mehrheitlich asphaltierten Bergstrasse so richtig zur Sache, von rund 1850 Meter Höhe hinunter nach St. Stephan (1075 M.). Fahrer mit Scheibenbremsen waren da klar bevorteilt. St. Stephan liegt übrigens zwischen Zweisimmen und Lenk genau in der Mitte. Unten im Simmental folgten etliche Kilometer leicht bergab. Das in äusserst flottem Tempo. In Zweisimmen (930 M.), dem Bezirkshauptort des Simmentals, gab es einen kurzen Halt wie schon im letzten Jahr. Psychologisch war das insofern wichtig, weil für den Rest des Nachmittags das eigentliche „pièce de résistance“ noch anstand. Diesmal galt es, die andere Talseite mit dem Bike zu erklimmen, um so wieder nach Gstaad zu gelangen. Edi ereilte - oh Schreck - just in diesen Minuten die Pannenhexe: er hatte sich nämlich am Vorderrad einen schleichenden Plattfuss eingefangen. Flickzeug hatten wohl Alle dabei, letztlich aber war der Schlauch dahin. Da zeigte sich Franz von der souveränen Seite: er entnahm mit Verlaub aber wohlentschlossen dieses Rad der Rennmaschine von Edi und fuhr damit zum nächstbesten Veloheini im Dorf. Und hatte dabei Glück. Denn der Veloheini entpuppte sich als persönlicher Velomécano von Bike-Rennfahrer Sulser. Schnell und gut wusste er die Panne zu beheben.

 

 


Während dessen durfte der Schreiberling, ebenfalls mit Verlaub, diese Kunstpause nutzen und alleine in den Berg wieder losfahren. Quasi mit Vorsprung wie bei einer Américaine. Er kannte ja die Strecke - sprich den Leidensweg - noch vom letzten Jahr. Hanni ihrerseits musste in Zweisimmen ausklinken, weil sie sich echt unwohl fühlte. Sie nahm den direkten Heimweg über die Landstrasse in Angriff, was wegen des tierischen Verkehrs ebenfalls kein Schleck war. Dies sehr zum Bedauern der Gruppe. Denn alleine schon ihre Anwesenheit wirkt so wunderbar beruhigend auf die ganze Umgebung. Mit ihrem Charme und ihrer Frohnatur, mit ihrer sprichwörtlichen Hilfsbereitschaft und ihrer Bescheidenheit entwickelt sich sofort einen äusserst positiven Teamgeist. Und dann erst ihre Erscheinung auf dem Bike: sie fährt so souverain wie ein Göttin (mindestens aber wie eine Lady), ohne jegliche, sichtbare Kraftanstrengung und das stets mit erstaunlich hohen Gängen. Schade, dass sie uns nicht weiter begleiten konnte.
Nach einem Drittel der Nachmittagsstrecke, diesmal auf der absoluten Sonnenseite bei echt gleissender Hitze, war der Vorsprung für den Schreiberling bereits wieder dahin: er wurde von Franz und Katharina fast lautlos eingeholt. Dass sich die Beiden dabei in sportlich fairer und sicher auch in fürgsorglicher Manier nach meinem Wohlbefinden erkundigten, sei hier lobend angemerkt. Dem Schreiberling ging es ja noch relativ gut, auch wenn er bereits wacker leiden musste. Franz und Katharina traten hierauf wieder mächtig in die Pedalen, fast so wie einst „Velopirat Pantani“ hinauf zum TdF-Etappenort Alpe d’Huez.
Im unteren Teil entlang des Aufstiegs waren die Bauern sichtlich bemüht, ihr trockenes Heu „hinein zu stehlen“, denn am Himmel zeigten sich immer bedrohlichere Gewitterwolken. Und mit zunehmender Höhe bzw. Fernsicht konnte man dann in der weiteren Umgebung bereits die ersten niedergehenden Gewitter beobachten. Diese Szenerie machte der Gruppe in der Folge richtig Beine. Endlich oben beim Bergrestaurant „Sparrenmoos“ (1670 M) angekommen, dem zweiten Bergpreis erster Kategorie dieser Königsetappe“, wurde nochmals Rast gemacht. Nicht unverdient oder?. Die Gewitterneigung derweil nahm weiter zu: „Erwischt es uns noch oder nicht“ war jetzt die ganz grosse Frage. Derweil konnte man von der Gartenwirtschaft aus eine emsige Filmcrew indischer Provinienz an der Arbeit beobachten. Sie wollte vor dieser faszinierenden Bergkulisse, den niedergehenden Blitzen und vermutlich auch unter Begleitung der dazu gehörenden Donnerschläge unbedingt noch eine Kuss-Szene für irgend einen Filmstreifen in den Kasten bringen. Das Liebespaar lieferte dafür gleich mehrere Versionen! Nachher ging mit denen alles sehr schnell: innert Minuten waren alle Beteiligten mit dem bereitstehenden Car bereits wieder entschwunden. Eine Fata Morgana oder was?
Für die vier Verbliebenen des SCH aber war beileibe noch kein Feierabend angebrochen. Weitere 200 Höhenmeter und etwa 1 ½ Stunden Fahrzeit zurück nach Gstaad warteten auf Exekution. Dem Schreiberling tat mittlerweile das Sitzen im Sattel fürchterlich weh. Seine gut 90 kg an Lebendgewicht gingen offenbar mit seinem Allerwertesten nicht besonders zärtlich um. Solche Erscheinungen aber gehören nun mal zu diesem Metier. Wen wunderts, dass sich schon sehr bald Franz und Katharina wieder absetzten. Die Zwei lieferten sich ja ein richtiges Privatduell am Berg. War das etwa ein heimlicher Kampf der Geschlechter oder gar der Generationen oder nur bare Lust am vermeintlichen Wetkampf, gekoppelt mit einer Prise gesundem Ehrgeiz oder was? Unnötig zu philosophieren. Ist nämlich gar nicht wichtig. Hauptsache sie hatten Spass daran. Die Andern zwei hätten sich ja etwas mehr anstrengen können, dann wären sie nicht so jämmerlich abgefallen oder? Franz und Katharina fuhren also den langsam ergrauenden Brand Brüdern - Hanni war ja nicht mehr dabei – davon. Dabei aber verpassten sie abermals den richten Weg. Ha ha, diesmal gar die richtige Abfahrt. Bei der Fortsetzung des Weges kamen die beiden unprogrammgemäss immer höher. Anzufügen bleibt bei an dieser Stelle, dass alle TeilnehmerInnen von Edi sowohl einen Routenbeschrieb als auch entsprechendes Kartenmaterial mit genauem Routeneintrag ausgeteilt bekamen, sodass auch im Notfall niemand hätte verloren gehen müssen. War da die Stelle der Verzweigung vielleicht ungenau in die Karte eingetragen oder von den Beiden einfach übersehen worden? Die spätabendliche, generalstabsmässige Analyse ergab, dass beide Argumente zutrafen und am Ende wohl eine Verknüpfung von unglücklichen Umständen die eigentliche Ursache gewesen sein musste. Soweit das offizielle Communiqué. Jedenfalls gerieten die beiden „Ausreisser“ - wie übrigens auch die Gebrüder Brand – auf dem restlichen Heimweg in ein heftiges Gewitter, begleitet von einem Hagelschlag mit Kirschenstein grossen Hagelkörnern. Lustig das Geräusch, wenn diese auf den Helm hämmern. Die Arme und Hände allerdings schätzen solches Trommelfeuer nicht besonders. Glücklicherweise fand die Gruppe willkommene Zuflicht unter dem Vordach einer Alphütte bzw. einer Scheune. Franz und Katharina noch ganz oben auf der Alp, Edi und Maximilian fast unten im Tal. Zeitmässig erreichten die beiden „Flüchtlinge“ das Etappenziel nach dem unfreiwilligen Umweg nach Kontrollschluss. Aber dennoch rechtzeitig, um sich vor dem Nachtessen noch eine wohlverdiente Dusche zu gönnen. Moral und Humor hatten die Beiden zu keiner Zeit verloren, wast von grosser, mentaler Stärke und schierer Unverwüstlichkeit zeugt. Auch waren sie bestens mit Regenkleidern und Notproviant versehen. Zudem war die Verbindung zum Gruppenchef (Edi) via Handy mit entsprechender Standortdurchgabe hergestellt, wenn auch mit etwas Verzögerung.
Beim Abendessen waren sie alle wieder vereint beieinander und liessen sich vom Hotelkoch kulinarisch buchstäblich verwöhnen, zumal sich Edi bei der Weinauswahl ebenfalls nicht lumpen liess. Mit mehrheitlich etwas malträtierten Beinen bzw. Beinmuskeln ging es auch an diesem Freitagabend wieder ziemlich spät nach „Bettwiesen“. Die Regenschauer aber hielten fast die ganze Nacht an. Ein eher ungutes Zeichen für den nächsten Tag?

Samstag, 25. Juni
Die Müdigkeit vom Vortag und der Dauerregen waren nicht besonders motivierend zum Aufstehen. Dennoch: wir waren ja nicht in ein Ferienlager eingerückt und überhaupt, Mühlrütler sind herti Sieche. So trafen wir uns zeitig beim Frühstück und begannen prompt zu sinnieren, wie wir angesichts der Wetterlage den Tag sinnvoll gestalten könnten. Der Schreiberling behauptete da keck: „Nach eigenen (langjährigen) Beobachtungen würde es stets gegen Mittag aufklaren, wenn es die Nacht hindurch und ebenso in den Morgen bzw. Vormittag hinein fortgesetzt regnen würde“. Diese Gleichung sollte auch an diesem Tag wieder aufgehen. Die Meteo selber sah laut Edi tatsächlich Aufhellungen vom Westen her und vor allem im Flachland voraus. Also würde es hierzu in den Bergen etwas länger dauern. Diese Zeit nutzte die Gruppe für einen schnellen Abstecher mit dem „Glacier Express“ (Panorama-Eisenbahn) nach Montreux und musste es nicht bereuen. Sehr beeindruckend waren u.a. diese Schluchten in den Voralpen des Waadtlandes und ebenso beeindruckend der erste Blick auf den mächtigen Lac Léman. Die Gruppe wollte dennoch so schnell wie möglich wieder auf’s Bike und das noch an diesem Tag.
Zwar gab es vorgängig eine ziemlich zähe Runde der Meinungsbildung und eine vielleicht noch zähere für die Entscheidfindung darüber, wohin die nachmittägliche Biketour nun ad hoc (d.h. unprogrammgemäss, improvisiert und kurzentschlossen) gehen sollte, zumal die Wetterlage in den Bergen sehr instabil bleiben sollte. Nun, wie schon am Donnerstag wurde einmal mehr ein Bergsee in der Umgebung zum Reiseziel erklärt: der Arnensee auf 1542 M. Das ergab 15 km hin und gleichviel zurück. Alles auf Asphalt und mehrheitlich im Wald. Im Gelände wären wir ansonsten schnell verdammt dreckig geworden. So wurden wir auf der Rückfahrt – der Schreiberling nimmt es vorweg – nur puddelnass bzw. Opfer eines weiteren Gewitters!! Hat trotzdem oder gerade deswegen echt Spass gemacht. Die Temperaturen waren ja angenehm hoch geblieben, auch während der Regenfahrt. So blieb mehr Zeit für Erholung und Shopping. Am andern Morgen, einem Sonntag, wollten wir gemütlich nach dem Frühstück nach fahren, was wir dann auch prompt taten.
Abschliessend darf festgehalten werden: Es war eine besondere Bike-Tour mit wiederum wunderbaren Menschen. Sie bereitete Allen enorm Spass und war einmal mehr mustergültig von Edi organisiert worden, wofür ihm nochmals unser bester Dank gebührt. Als Pauschal-Anerkennung hierfür erhielt aus den Händen des SCH-Präsi einen dicken, aber dennoch sehr feinen Bildband „50 Jahre Weltklasse in Zürich“ (LCZ-Meeting), was ihn mächtig überraschte und noch mehr erfreute. Es lebe die SCH-Hulftegg-Bike Tour. Sie möge als Institution noch viele Jahre weiter gepflegt werden!

 


Maximilian Brand

   

Impressionen der Bike-Touren 2004 und 2005

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